Fair-Isle Stricktechnik (dänisch: Klippemaskerne)
Stricken in Fair-Isle-Technik erleichtert das Stricken zweifarbiger Einstrickmuster sehr, da immer nur in Runden mit rechten Maschen gestrickt wird, und zwar bis zum Hals! Die Armausschnitte und der Halsausschnitt wird dann ohne Risiko dank der Steek-Technik einfach aufgeschnitten. Diese Stricktechnik kommt vor allem bei den farbenfrohen Modellen der dänischen Designerin Christel Seyfarth zum Einsatz.
Über Fair Isle-Stricken
Die Fair Isle Inseln im südwesten der Inselgruppe der Shetlandinseln ist ca. 48km lang und 24km breit. Heute zählt sie ca. 70 Einwohner. In dieser kargen Landschaft und in diesem rauen Klima lebten die Menschen hauptsächlich von der Schafzucht und der Fischerei. Da die Insel 1x pro Woche von Handelsschiffen angefahren wurde musste ein Pullover in diesem Zeitraum fertiggestrickt sein. Aus der Not heraus erfanden die Frauen Stricktechniken, die Ihnen ein schnelles Fertigstellen der Pullover ermöglichten. Sie ersparten sich die aufwändigen Linksreihen und strickten immer nur in Runden rechts. Die Arm- und Halsauschnitte wurden später einfach aufgeschnitten. Bereits Kinder wurden in die Stricktechniken eingewiesen und trugen so zum Lebensunterhalt bei. Nach der Fertigstellung eines Pullovers wurde dieser auf ein "Wooleyboard" gespannt und mehrere Tage Wind und Wetter ausgesetzt. Die Shetlandwolle erlebt auf diese Weise einen natürlichen Filzungsprozess der das Strickstück Wind- und Wasserfest macht. Als typisch "Fair-Isle" werden die regelmäßigen durchgehend zweifarbigen Muster (XOXO) genannt, die sich längs oder quer über das Strickstück ziehen.
Die Fair-Isle Stricktechnik
Die Bündchen werden 1/1 oder 2/2 gestrickt. Typisch ist die Wahl von 2 Hauptfarben, wobei die 2. Hauptfarbe im Bündchen ca. jede 2. Reihe einen Verlauf ergibt, während die erste Hauptfarbe bestehen bleibt oder ebenfalls einen entgegengesetzten Verlauf beginnt. Die Bündchen sollten 0,5 bis 0,75 Nadelstärken dünner als das Hauptteil gestrickt werden. Nach dem Bündchen werden 10-12% mehr Maschen gleichmäßig verteilt zugenommen. Links und rechts mit einem Maskierungsfädchen das Vorder- und Rückenteil markieren.
Der Body. Vor dem Stricken bitte genau die Teilbarkeit Ihres Musterraports durch die Gesamtmaschenzahl errechnen! Diese muß genau aufgehen. Haben wir z.B. eine Gesamtmaschenzahl pro Runde von z.B. 192 Maschen, dann kommen alle Rapports mit einer Maschenzahl von 2,4,6,8,12,16,24,28 und 96 in Frage. Es ist hilfreich, das Vorder- und Rückenteil durch einen kleinen Hilfsfaden zu markieren, und eine gerade Anzahl von Rapports für Vorder- und Rückenteil auszuwählen. Wenn zwischendurch mehrere einfarbige Musterreihen zu stricken sind, empfehle ich diese mit einer halben Nadelstärke dünner zu stricken.
Steekmaschen werden überall dort eingesetzt wo wir das Strickstück aufschneiden möchten (Sie werden auch Schneidmaschen genannt). Wir benötigen sie an den Armen und Halsauschnitten oder in der Mitte des Vorderteils wenn es eine Jacke werden soll. Bei Tüchern (z.B. Dreieckstücher von Christel Seyfarth) wird ebenfalls ein Steek verwendet. Steekmaschen werden in zweifarbigen Perlenmuster gestrickt. In der ersten Runde eine Masche Farbe A, eine Masche Farbe B im Wechsel. In der folgenden Runde stricken wir die Farbe A und B entgegengesetzt. So entsteht der Halt, damit das Strickstück nicht nach dem Aufschneiden aufrappelt.
Auswahl des Garns
Bei der Wahl der Wolle sollte man darauf achten, dass diese besonders "haarig" ist, damit die Fäden besser ineinander greifen. Ein glattes Garn, wie z.B. Baumwolle, gibt nicht den gewünschten Halt in den Steek-Maschen. Wir empfehlen daher bei Fair-Isle-Modellen Shetlandgarne zu verwenden.
Haben wir Ihr Interesse geweckt?
Fair-Isle-Workshop an der Ostsee
Modelle von Christel Seyfarth mit Fair-Isle-Technik
Für Fair-Isle geeignete Shetlandgarne:


